Marktorientierte Produktentwicklung 2017

„Retter der Bienen und Hilfe für Rollstuhlfahrer“ Studierende präsentierten ihre Projekte

Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens präsentierten Mitte Mai die Ergebnisse ihrer Produktentwicklungen vor einem hochkarätigen Auditorium, das aus Unternehmensvertretern, Professoren, Lehrbeauftragten, Studierenden und Eltern bestand.Die lebendigen Vorstellungen durch Bild, Film und Ton waren ein Bestandteil des praxisnahen Lehr- und Lernkonzeptes der „Marktorientierten Produktentwicklung (MPE)“, die unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Martin Haas, dem Initiator des Lehr- und Lernkonzepts der MPE an der Dualen Hochschule in Karlsruhe gelehrt wird.

Drei Teams stellten ihre Prototypen vor:

  • eine Bienen-Wellness-Sauna, die die schädliche Varroa Milbe reduziert und die gesunde Entwicklung des Bienenvolkes anregt - "Protect2Fly"
  • ein Rollstuhl, der den Rollstuhlfahrer befähigt, die Lücke zwischen Bahnsteig und der Straßenbahn/U-Bahn ohne weitere Hilfe zu überwinden – „Mind-the-Gap“
  • das elektromobilisierte Krankenhausbett - "caddy4care"

 „Bei der Umsetzung der Marktorientierten Produktentwicklung (MPE) müssen die Studierenden Arbeitsprozesse so steuern, wie sie in der Industrie gegeben sind“, hatte Prof. Martin Haas gefordert. In der Vorstudie wurden die Produktideen entwickelt und deren Realisationswahrscheinlichkeit auf der Basis von technologischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudien diskutiert. Drei Produkte hatten den Lenkungsausschuss der DHBW Karlsruhe  überzeugt. In der Phase der Realisation folgten Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Inbetriebnahme.

Das Team „Miteless2Flight“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das weltweite Bienensterben einzudämmen. Mit der „Bienen-Wellness-Sauna“ soll die bienenschädliche Varraomilbe, die ihre Eier in die Bienenbrut setzt, reduziert werden. Dafür werden die Brutwaben der Bienen in einen speziell entwickelten Bienenkasten eingesetzt. Dieser enthält ein Heizelement, das eine Temperatur erzeugt, bei der die Milbe abstirbt, die Bienenlarve jedoch keinen Schaden nimmt.

Der Gruppe „MindTheGap“ ist aufgefallen, dass es, trotz des Bestrebens nach Inklusion von Menschen mit Körperbehinderungen und der daraus resultierenden Baumaßnahmen mit dem Ziel der Barrierefreiheit, Rollstuhlfahrern vielerorts nicht möglich ist, eigenständig öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Schon ein kleiner Spalt zwischen Bahnsteigkante und Bahn kann ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Rollstuhlfahrer sind daher häufig auf stationäre Hilfsmittel sowie die Unterstützung von Außenstehenden angewiesen. „Ein Problem zu erkennen ist die eine Sache. Es zu lösen eine andere“, stellte das Team nach einigen Konzeptdiskussionen eines „MindTheGap“-Rollstuhles fest. Konzept 2 – mit zusätzlichen Rädern und einer Hydraulikpumpe - wurde letztendliche umgesetzt.

„Kreativität ist in Deutschland der Rohstoff der Zukunft“, stellte Prof. Martin Haas fest. Das bewies auch das Team „Caddy4Care“, das ein Antriebsunterstützungssystem für Krankenhausbetten entwickelt hat, um Pflegekräfte beim Schieben der schweren Betten zu unterstützen.

„Die diesjährigen Produktentwicklungen haben überzeugt und alle Kriterien, die die MPE fordert, erfüllt“, betonte Professor Martin Haas, bevor er zu Sekt und Selters im Foyer einlud. Dort standen die „Erfinder“, „Konstrukteure“, „Marketingexperten“ dann ausführlich Rede und Antwort.

Detaillierte Informationen:

https://protect2fly-mpe.jimdo.com/

https://mindingthegap-mpe.jimdo.com/

https://caddy4care.jimdo.com/

Text: DI / Foto: ZI