Verschlüsselte Botschaften, entschlüsselte Geheimnisse

Studium generale Reihe endet mit einem Streifzug durch die Geheimschriften

„Ich möchte, dass Sie Mathematik lieben und Ihre Augen strahlen, wenn Sie etwas verstehen!“ So leitete Dr. Rainer Roos, Prof. a.D. Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, seinen Studium generale Vortrag zum Thema ‚Verschlüsselte Botschaften, entschlüsselte Geheimnisse‘ an der DHBW Karlsruhe ein und dies sollte dem langjährigen Lehrbeauftragten der DHBW Karlsruhe auch gelingen.
Durch die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013 ist allen bewusst, dass Privatheit in unserer heutigen Zeit kaum noch möglich ist. Kontakte werden aufgezeichnet und unsere Daten mit statistischen Methoden analysiert.
Die Methoden mögen neue sein, aber auch schon zu Zeiten ohne Telefon, Computer oder sonstigen technischen Geräten wurden Menschen auf unterschiedliche Weise ausspioniert. Schon früh bedienten sich Feldherren Verschlüsselungsmethoden, wie das Rasieren der Köpfe von Sklaven, die Nachrichten auf den kahlen Kopf rasiert bekamen und sobald das Haar nachgewachsen war, die Nachricht übermittelten.
Der spartanische Feldherr Lysander, der sich der Methode der Translation bediente und mit Skytale eine geniale Verschlüsselungsmethode entwickelte, um das Lesen seiner Briefe zu verhindern. Auch Cäsar hatte die Befürchtung, während des gallischen Kriegs von seinen politischen Gegnern abgehört zu werden. Um dem zu entgehen, entwickelte er ‚Cäsars Chiffre‘, die ihm erlaubte mit seinen Anhängern in Rom zu kommunizieren und die nach dem Prinzip der Substitution funktioniert. Eine Weiterentwicklung erfuhr diese Methode durch Vigenère und Enigma, die vor allem während des 2. Weltkriegs eingesetzt wurde. Seitdem wurden immer neue Chiffriermethoden entwickelt, die von Dechiffrierern angegriffen wurden.
Die AES-Blockchiffre und die revolutionären asymmetrischen Verfahren, die in der heutigen Moderne genutzt werden sind höchstkompliziert und bringen neue Herausforderungen mit sich Lösungen zu finden, um unsere Daten zu schützen.
Einige Tipps, wie dies gelingen kann, gab Professor Roos den Zuhörern zum Abschluss noch mit.

Text/Foto: DHBW KA//KÜS