BankenDialog 2026 an der DHBW Karlsruhe

Future of Finance: AI, Stablecoins, digitaler Euro – wie Technologie die Finanzwelt in Deutschland und Europa verändert

Prof. Dr. Fritzi Koehler-Geib, Mitglied des Vorstands, Deutsche Bundesbank, zeigte im BankenDialog Karlsruhe eindrucksvoll den Einfluss von KI auf das Finanzsystem, wertete die Rolle von Kryptoassets für die Zukunft der Finanzwelt ein und diskutierte, wie Zentralbanken mit diesen Entwicklungen umgehen sollten. Dabei brachte sie aktuelle Forschungsergebnisse mit.

KI-gestützte Algorithmen
70% des Tradings in den USA basiert auf algorithmischen Handelssystemen. Trading Algorithmen können je nach Ausgestaltung zu gleichgerichteten Aktionen auf dem Finanzmarkt führen, da ähnliche Modelle sich ähnlich verhalten.

„Die Herausforderung besteht darin, KI-Systeme zu verstehen, Transparenz herzustellen, welche Art von Modellen im Markt verwendet werden, und den Instrumentenkasten öffentlicher Institutionen entsprechend weiterzuentwickeln,“ konstatiert Fritzi Köhler-Geib.
Auch das Kartellrecht ist gefordert, da hinter dem Handel keine menschlichen Absprachen stehen.

Krypto-Assets
Aktuell haben Kryptowerte einen Anteil von weniger als 1% an der gesamten Marktkapitalisierung des Finanzsystems, sie verzeichnen jedoch hohe Wachstumsraten. Das Trading Volumen von Stable Coins als ‚digitale Schuldscheine‘ lag 2025 um 94% höher als im Vorjahr.

Stable Coins sind zu 99% mit USD-Werten gedeckt. 2024 lagen Stable Coin-Emittenten als Käufer von US-Staatsanleihen auf einem beeindruckenden Rang 3. Eine Studie zeigt, dass Zuflüsse in Stable Coins bei niedriger Liquidität im Markt die Renditen von US-Staatsanleihen reduzieren können.

In Krisensituationen ist bei Vertrauensverlusten ein Run auf Stable Coins möglich, da Kredit- und Liquiditätsrisiken dahinterstehen.

Aufgrund des geringen Volumens und der geringen Verflechtung mit dem traditionellen Finanzsystem hält die Bundesbank aktuell systemische Risiken, die von Kryptowerten ausgehen, für begrenzt.

„Stablecoins verpacken alte Risiken neu – aber mit neuer Geschwindigkeit, größerem Ausmaß und neuen Verbindungen zum konventionellen Finanzsystem. Daher benötigen wir klare Regeln, transparente Reserven und eine effektive Aufsicht. Es ist zentral, eine Regulierung wie MiCAR in Europa zu haben und sie weiterzuentwickeln,“ fordert Fritzi Köhler-Geib.

Wie gehen Zentralbanken mit diesen Entwicklungen um?
Fritzi Köhler-Geib stellt fest: „Zentralbanken sind zutiefst technologiegeprägt.“ Technologie hat eine große Bedeutung für die Stabilität von Preisen und Finanzsystem. Die Forschung von Seiten der Bundesbank und der EZB ist intensiv und wird weiter ausgebaut.

Die Vorständin der Bundesbank navigierte souverän durch komplexe, zukunftsrelevante Fragestellungen und zeigte zukunftsrelevante Implikationen. Herzlichen Dank für die Impulse!

Der BankenDialog Karlsruhe ist eine Veranstaltung des Studiengangs BWL-Bank an der DHBW Karlsruhe. Er fördert den Gedankenaustausch innerhalb der Finanzierungscommunity der TechnologieRegion Karlsruhe.

Die Veranstaltungsleitung liegt bei Prof. Dr. Christiane Weiland, die nach einer Begrüßung durch die Prorektorin und Dekanin Wirtschaft, Prof. Dr. Mechtild, Wallrath durch die Veranstaltung führte.

Unterstützt wird der BankenDialog Karlsruhe durch die BBBank und die L-Bank.

Weitere Informationen:
BankenDialog Karlsruhe

Studiengang Bank

Aktuelles aus Lehre und Forschung

Text: EK, Fotos: Kvietkauskaite