DHBW Live: Let‘s talk about… #studienabbruchvermeiden am 2. Juli 2026
„Wie lassen sich Hürden im dualen Studium erfolgreich meistern?“ Dieser Frage widmete sich die 13. Ausgabe der Online-Veranstaltungsreihe „DHBW Live: Let‘s talk about…“ unter dem Titel #studienabbruchvermeiden.
Nach der Begrüßung der knapp 50 Teilnehmenden durch Prof. Dr. Tomás Bayón, Prorektor der DHBW Heilbronn, gab Isabelle Pelz (Education Support Center der DHBW Heilbronn) Einblicke in die aktuelle statistische Datenlage. Dies umfasste die Evaluationsergebnisse der Erstsemesterstudierenden der DHBW Karlsruhe zum Themenbereich „Studienabbruch“ sowie eine Übersicht der erfassten Gründe zur Beendigung des Studiums an der DHBW Heilbronn.
Dr. Stefen Müller und Julia Kleine (M. A.) der Rheinland-Pfälzische-Technische Universität in Kaiserslautern (RPTU) stellten in ihrer Keynote „Studienabbruch im Hochschulkontext – Einblicke in Theorie und Praxis“ Ursachen, Modelle und Ergebnisse ihrer Studienabbruchbefragung vor.
Universitäten und Hochschulen haben trotz steigender Studierendenzahlen häufig mit einer speziellen Form von Schwund, den Studienabbrüchen, zu kämpfen. Studienabbrecher*innen verlassen das Hochschulsystem ohne (ersten) Abschluss und nehmen ihr Studium auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf. Laut Dr. Müller finden die Studienabbrüche vermehrt in den ersten zwei Semestern des Bachelors statt. Des Weiteren verwies er auf Abbruchzahlen der Bachelor-Studienanfänger*innen 2020, welche an Universitäten mit 35 % leicht gestiegen und an Fachhochschulen mit 20 % in den letzten Jahren dagegen leicht gesunken sind (Zahlen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung). Ergänzend berichteten die Teilnehmenden von einer zunehmenden Zahl an Ausbildungsabbrüchen (über 25 %), wodurch die hohe Relevanz des Themas sowohl für Unternehmen als auch für die DHBW noch einmal unterstrichen wurde.
Als mögliche Ursachen nannte Dr. Müller Leistungsprobleme, falsche Erwartungen, Zeitaufwand, Überforderung oder mangelnde Studienzufriedenheit und -motivation. Allerdings sind institutionelle Aspekte wie unpassende Studienbedingungen und -anforderungen ebenso ein Problem. Die RPTU hat bereits Maßnahmen geschaffen, um falschen Erwartungen entgegenzuwirken. Diese umfassen ein studentisches Mentoring, das z. B. ebenso an der DHBW Karlsruhe eingesetzt wird. Das eingeführte Frühwarnsystem der RPTU greift bei unzureichender Anzahl an ECTS-Punkten nach zwei Semestern und ermöglicht eine gemeinsame Reflexion mit der Fachstudienberatung.
Zum Abschluss der Online-Veranstaltung „DHBW Live: Let‘s talk about…“ gaben Annika Link aus dem Prüfungsamt der DHBW Karlsruhe und Ina Daum aus dem Education Support Center der DHBW Heilbronn einen Überblick über die Beratungs- und Unterstützungsangebote der DHBW. Wird ein Studienabbruch in Erwägung gezogen, greift ein enges Netz aus Beratung und Hilfestellung durch die Studiengangsleitung, das Prüfungsamt (rechtliche Beratung, z. B. bei Beurlaubungen) und dem Studierendenwerk (z. B. psychosoziale Beratung). Darüber hinaus stellt die DHBW ein Online-Studienvorbereitungsprogramm zu den Themen Mathematik, Selbstmanagement und wissenschaftliches Arbeiten zur Verfügung. Ein weiteres Tool ist die standortübergreifende Resilienz-Plattform RESI dar, die Studierenden mit digitalen Sport- und Entspannungskursen einen Ausgleich zum Studium bieten soll.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Studienabbrüche zwar nicht vollständig vermeiden lassen, jedoch nicht generell unabwendbar sind. Entscheidend ist die Bereitstellung und Kommunikation passgenauer Maßnahmen zu diesem Thema, die eine kontinuierliche wichtige Aufgabe darstellen.
Weiterführende Informationen der DHBW Heilbronn:
https://www.heilbronn.dhbw.de/studium/studienvorbereitung/
Weiterführende Informationen der DHBW Karlsruhe:
https://www.karlsruhe.dhbw.de/studium/vor-dem-studium/studienvorbereitung.html
Text: DHBW HN