Die Hochschule der Zukunft neu denken
Agile Studiengangsentwicklung, KI-Kompetenzen und kultureller Wandel
Mit der Online-Veranstaltung „Die Hochschule der Zukunft neu denken“ hat die Forschungsgruppe NextEducation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers, Professor für Bildungsmanagement und Lebenslanges Lernen an der DHBW, gezeigt, wofür sie steht: Zukunftsentwicklung aktiv gestalten, Menschen zusammenbringen und Räume schaffen, in denen die drängenden Fragen von Bildung, Hochschule und gesellschaftlichem Wandel gemeinsam diskutiert werden.
Die Resonanz war groß - 245 Anmeldungen und zahlreiche aktive Teilnehme*rinnen machten deutlich, wie groß das Interesse an innovativen Bildungsformaten und der Weiterentwicklung von Hochschulen ist.
Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich: KI-Kompetenzen gehören heute zu den zentralen Zukunftskompetenzen. Im Mittelpunkt standen deshalb unter anderem das KI-Kompetenzmodell AIComp, Fragen der Integration von KI-Kompetenzen in Studium und Lehre sowie die Entwicklung agiler Studiengänge, die Hochschulen befähigen sollen, auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen flexibel zu reagieren.
Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers betonte, dass Hochschulen heute weit mehr leisten müssen als reine Wissensvermittlung. Entscheidend sei die Entwicklung von Zukunftskompetenzen, die Menschen befähigen, mit Unsicherheit, Wandel und technologischer Dynamik souverän umzugehen. Hochschulen müssten sich zunehmend als Orte gemeinsamer Zukunftsgestaltung verstehen – offen, vernetzt und lernorientiert.
Im Rahmen eines hochkarätigen Podiums waren Prof. Dr. Robert Lepenies, Präsident der Karlshochschule International, Karlsruhe, Prof. Dr. Doris Nitsche-Ruhland, Vizepräsidentin, DHBW, Wibke Matthes geschäftsführende Mitarbeiterin des Zentrums für Schlüsselqualifikationen an der CAU Kiel, und Dr. Florian Härer, Direktor FITLO, Institute for AI Governance, eingeladen. Gemeinsam diskutierten sie die Frage, wie Hochschulen den aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Wandel aktiv mitgestalten können.
Für Doris Nitsche-Ruhland ist klar: Künstliche Intelligenz ist längst Teil des gesellschaftlichen und beruflichen Alltags – und KI-Kompetenzen gehören deshalb zu den entscheidenden Schlüsselkompetenzen der Zukunft. Hochschulen seien gefordert, Studierende nicht nur fachlich auszubilden, sondern sie gezielt auf eine zunehmend komplexe, dynamische und technologiegeprägte Welt vorzubereiten.
Besonders deutlich wurde in der Diskussion, dass Hochschulen nicht nur vor technologischen Veränderungen stehen, sondern vor einem tiefgreifenden kulturellen Wandel. Reine Wissensvermittlung verliert zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rücken die Verbindung von Theorie und Praxis, die Fähigkeit zum Umgang mit Unsicherheit sowie kollaboratives und lebenslanges Lernen stärker in den Fokus.
Auch die Prüfungsformate werden sich nach Einschätzung von Doris Nitsche-Ruhland grundlegend verändern. Zukünftig werde es weniger darum gehen, Wissen zu reproduzieren, sondern vielmehr darum, Kompetenzen anzuwenden, kritisch zu reflektieren und innovative Lösungen zu entwickeln.
Robert Lepenies betonte die Bedeutung einer lernenden Hochschule, in der sich alle Beteiligten – unabhängig von ihrer Rolle – als Lernende verstehen. Hochschulen würden damit immer stärker zu Räumen der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Lernens.
Wibke Matthes unterstrich, dass Hochschulen Studierende vor allem dazu befähigen sollten, mit Wandel, Komplexität und Unsicherheit handlungsfähig umzugehen.
Spannende Einblicke in konkrete Praxisansätze gab Julia Marcia Mann mit dem Projekt „Agile Studiengangentwicklung“, dem Vorgehensmodell ASKI, dem KI-Kompetenzmodell AIComp sowie zahlreichen Good Practices zur Integration von KI-Kompetenzen in die Lehre.
Das Fazit des Panels:
Die Hochschule der Zukunft entsteht nicht allein durch neue Technologien. Sie entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, gemeinsam Zukunft gestalten und Lernen offen, agil, kollaborativ und zukunftsorientiert neu gedacht wird.
Weitere Einblicke sowie Informationen zu den vorgestellten Projekten und Materialien
Ergänzend gibt Prof. Dr. Doris Nitsche-Ruhland im „Future Skills Fragebogen – 10 Fragen zur Bildung von morgen“ Einblicke in ihre Perspektiven auf die Zukunft von Hochschulbildung, Kompetenzen und lebenslangem Lernen.
Hier geht`s zum Interview
Text und Grafik: TD