Girls’Day im Eye-Tracking-Labor der DHBW Karlsruhe
Fake News auf der Spur
Am Vormittag des 23. April 2026 beteiligte sich die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe erneut am bundesweiten Girls’Day. Im Eye-Tracking-Labor der DHBW Karlsruhe gingen zehn Schülerinnen aus drei Schulen im Großraum Karlsruhe der Frage nach: „Fake News! Oder kann das wirklich echt sein?“
Geleitet wurde der Workshop von Prof. Dr. Birgit Franken und Jan Michael Rasimus. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen wurde untersucht, wie digitale Inhalte wahrgenommen werden, welche Reize besondere Aufmerksamkeit erzeugen und wie sich manipulative Darstellungen im Netz erkennen lassen. Dabei erhielten die Schülerinnen zunächst eine Einführung in das Eye-Tracking-Labor und die eingesetzte Technologie. Sie erfuhren, in welchen Bereichen Eye Tracking in Wissenschaft und Lehre Anwendung findet und bekamen zugleich Einblicke in das duale Studium an der DHBW Karlsruhe.
Anschließend durften die Teilnehmerinnen selbst aktiv werden. In einem Eye-Tracking-Test analysierten sie eine Nachrichtenseite und beobachteten, welche Elemente beim Lesen zuerst ins Auge fallen. Besonders deutlich wurde, wie stark auffällige Wortbilder, emotionale Fotos, zugespitzte Formulierungen oder bestimmte Zeichen unsere Aufmerksamkeit lenken können. Die aufgezeichneten Blickdaten wurden im Anschluss gemeinsam ausgewertet und eingeordnet. So wurde sichtbar, welche typischen Muster beim digitalen Nachrichtenkonsum entstehen und warum manche Inhalte schneller wahrgenommen werden als andere.
Im weiteren Verlauf beschäftigten sich die Schülerinnen mit einer praxisnahen Fallstudie rund um eine fiktive Schülerzeitung. Dabei ging es um Fake News, Urban Legends, fragwürdige Behauptungen und die grundsätzliche Frage, wie zuverlässig Informationen eigentlich sind. In Zweier-Teams recherchierten die Schülerinnen selbstständig, prüften Quellen und lernten verschiedene alltagstaugliche Werkzeuge kennen, mit denen sich Informationen im digitalen Raum überprüfen lassen. Dazu gehörten unter anderem Bilderrückwärtssuchen, Rechercheplattformen und Übersetzungstools für fremdsprachige Social-Media-Beiträge. Gerade im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz (KI) wurde deutlich, wie wichtig es ist, Inhalte nicht nur schnell zu konsumieren, sondern kritisch einzuordnen.
Der Vormittag bot damit ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm, das technische Einblicke mit Medienkompetenz verband. Neben der Arbeit mit Eye Tracking standen somit auch wichtige Zukunftskompetenzen („Future Skills“) im Mittelpunkt: genaues Hinschauen, kritisches Denken, digitale Recherche und der souveräne Umgang mit neuen Technologien.
Prof. Dr. Birgit Franken und Jan Michael Rasimus engagieren sich seit vielen Jahren dafür, Wissenschaft, Forschung und Studium jungen Menschen sowie der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen, und zeigten sich nach dem Workshop beeindruckt vom Engagement der Teilnehmerinnen. „Das haben sie wirklich sehr gut gemacht“, waren sich die beiden einig. Der Girls’Day an der DHBW Karlsruhe machte damit nicht nur Lust auf Technik und digitale Themen, sondern zeigte auch, wie neugierig und selbstverständlich junge Menschen sich neue Werkzeuge erschließen und wie wichtig es ist, diese Offenheit für eine digitale Zukunft weiter zu fördern.
Text: RM, Foto: DHBW KA//DI