Kreislaufwirtschaft: Qualität auf dem Prüfstand
Im Netzwerkseminar des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen untersuchen Studierende technische Anforderungsprofile und Marktpotenziale für recycelte Kunststoffe
Mit etwa sechs Millionen Tonnen Kunststoffabfällen pro Jahr steht in Deutschland eine potenziell bedeutende Rohstoffquelle zur Verfügung, die bislang noch nicht optimal genutzt wird. Regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeitstrends in der Industrie zeigen jedoch deutlich: die sogenannten Post-Consumer-Kunststoffrecyclate (PCR) aus diesem Bereich gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Im aktuellen Netzwerkseminar des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen analysieren Studierende die technischen Eigenschaften von Kunststoffen aus der Kreislaufwirtschaft. Die Recyclate werden vom Kooperationspartner Partner PreZero zur Verfügung gestellt, der das Material in Grünstadt bei PreZero Polymers herstellt.
Die technischen Arbeiten werden im Kunststofflabor der DHBW Karlsruhe durchgeführt. Begleitet werden die Studierenden von einem erfahrenen Dozententeam unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Eidam, Leiter des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, das insgesamt fünf Studierendengruppen begleitet. In diesem Jahr ist das Netzwerkseminar erstmalig als Verbundprojekt organisiert, d.h. jede Gruppe analysiert in ihrer Arbeit einen ausgewählten technischen Themenkreis bezüglich des Materials – Verarbeitbarkeit, Analytik, Stabilität sowie thermische Verformbarkeit.
Insgesamt ergibt sich ein aussagekräftiges Bild, das eine umfassende Charakterisierung darstellt und in vergleichbaren Kennzahlen beschrieben wird. Ziel ist es, Eigenschaftsprofile zu entwickeln, die einen direkten Vergleich mit herkömmlichen industriellen Standardkunststoffen gestatten und somit einen sicheren Einsatz gewährleisten. Eine Gruppe schließlich nutzt den technischen Überblick, um hieraus für ausgewählte Zielgruppen Produkt- und Marktpotenziale zu formulieren.
Denn während Recyclate im Verpackungsbereich längst Standard sind, stellt ihr Einsatz in komplexen technischen Bauteilen weiterhin eine große Herausforderung dar. Die Arbeiten im DHBW Netzwerkseminar könnten einen Beitrag leisten, zu einer weiteren Etablierung der Kunststoffrecyclate beizutragen.
Felix Mehl, Geschäftsführer von PreZero Polymers, der zusammen mit Laborleiter Danyal Shakoor die DHBW Karlsruhe besucht hat, äußert sich positiv: „Es ist inspirierend zu sehen, mit welchem großen Interesse und Engagement die Studierenden die Aufgabenstellungen bearbeiten und uns wertvolle Einblicke in die Performance unseres Materials im Vergleich zur Neuware ermöglichen. Wir freuen uns auf die Ergebnisse und die weitere Kooperation mit der DHBW Karlsruhe“.
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Text EM, DI; Fotos: DHBW KA//EM