Neu an der DHBW Karlsruhe

Seit Januar 2026 ist Inga Regir als Tandem-Professorin im Studiengang Sustainable Science and Technology (SST) tätig.

Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Papier- und Verpackungsindustrie verbindet sie industrielle Praxis mit Lehre und Forschung.

Inga Regir studierte von 2011 bis 2017 Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Dresden und spezialisierte sich auf Papiertechnik. Ihr Studium schloss sie als Diplom-Ingenieurin mit der Note 1,4 ab. Mit ihrer Diplomarbeit zur Herstellung eines sogenannten „Trockenkartons“, der im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich weniger Wasser benötigt, gewann sie 2017 den Preis des Verbands Nord- und Ostdeutscher Papierfabriken für die beste Diplomarbeit.

Berufserfahrung in Engineering und Verpackungstechnik
Nach ihrem Studium startete Inga Regir ihre berufliche Laufbahn als Projektingenieurin bei AFRY Deutschland, einem auf Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen spezialisierten Unternehmen. Dort arbeitete sie an Investitionsprojekten in der Papierindustrie und war unter anderem mit Machbarkeitsstudien sowie der Planung von Produktionsprozessen und Anlagen befasst.
Seit 2021 ist sie bei Koehler Innovation & Technology in Oberkirch tätig. Dort arbeitete sie zunächst als Projektingenieurin und ist seit 2022 als Produktentwicklerin mit der Neu- und Weiterentwicklung flexibler Verpackungspapiere für den direkten Lebensmittelkontakt befasst. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf funktionalen Oberflächen sowie der Entwicklung von Siegel- und Barriereeigenschaften, beispielsweise gegenüber Wasserdampf, Sauerstoff und Mineralöl. Dabei begleitet sie Entwicklungen vom Labormaßstab über den Technikumsmaßstab bis zur Produktion.

Dreiklang aus Wissenschaft, Lehre und Praxis
Die Tandem-Professur ermöglicht ihr nun, diese industrielle Expertise mit Wissenschaft und Lehre zu verbinden. „Mich hat besonders die Dreierkombination aus Wissenschaft, Lehre und industrieller Praxis überzeugt“, erklärt Regir. Besonders attraktiv sei für sie die Möglichkeit, sich in allen drei Bereichen gleichzeitig weiterzuentwickeln. Ziel des Programms ist die gezielte Qualifizierung für eine reguläre Professur.

Inhaltlich möchte Prof. Inga Regir vor allem das Thema nachhaltige Technologien voranbringen. Ihr besonderes Interesse gilt der Beschichtungstechnologie, die sie aus ihrer Tätigkeit bei Koehler Innovation & Technology kennt. Industriefragen zu nachhaltigen Beschichtungen möchte sie branchenübergreifend in Forschung und Lehre einbringen und damit Studierende früh für dieses Zukunftsthema begeistern.

Promotionsvorhaben zu biobasierten Hochbarrierepapieren
Einen wichtigen Baustein ihrer wissenschaftlichen Qualifizierung bildet ihre Promotion an der Technischen Universität Darmstadt in der Arbeitsgruppe für Makromolekulare Chemie & Papierchemie. Ziel des Promotionsvorhabens ist die Entwicklung von Konzepten, die eine prozesssichere Applikation nachhaltiger Biopolymerbeschichtungen in der Hochskalierung ermöglichen. Dadurch sollen künftig flexible, biobasierte Hochbarrierepapiere für den direkten Lebensmittelkontakt hergestellt werden können. Dieses anwendungsbezogene Thema lässt sich optimal in den Studiengang und spezifische Studienrichtungen wie die Papier- und Verpackungstechnologie integrieren.

Im Dialog mit Studierenden, Kolleg*innen und Vertreter*innen aus der Industrie
Auf ihre neue Tätigkeit an der DHBW Karlsruhe blickt sie mit Vorfreude: Besonders wichtig sind ihr der Austausch mit Studierenden, Kolleginnen und Kollegen sowie Partnern aus der Industrie. „Gerade an diesen Schnittstellen lassen sich neue Ideen entwickeln und erfolgreich umsetzen“, so Regir.

Das Konzept hinter der Tandem-Professur
Mit der Tandem-Professur verbindet die DHBW wissenschaftliche Qualifizierung, Lehrerfahrung und industrielle Praxis. Das im Rahmen des Academic Career Centers erprobte Modell soll neue Wege in die Professur eröffnen und die enge Verzahnung von Hochschule und Berufspraxis stärken.

Text: DI, REG; Foto: K. Mertens