Studierende der Angewandten Gesundheits- und Pflegewissenschaften besuchen den Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin
Exkursion bietet Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des Gesundheitswesens
Vom 23. bis 25. Juni 2026 fand in Berlin der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit statt – die zentrale Plattform für den Austausch zwischen Politik, Gesundheitswirtschaft, Medizin, Pflege, Wissenschaft und Kostenträgern in Deutschland. Mit dabei: Studierende des Studiengangs Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe, die gemeinsam mit der Studiengangsleiterin Prof. Dr. Liane Meyer vom 22. bis 26. Juni nach Berlin gereist waren.
Austragungsort des Kongresses war das hub27 auf dem Berliner Messegelände. Die Exkursion ermöglichte es den Studierenden, aktuelle Gesundheitsdebatten unmittelbar mitzuerleben. Eröffnet wurde der Kongress von der Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken, und der niederländischen Ministerin für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport, Sophie Hermans. Die wissenschaftliche Leiterin des Pflegemanagementkongresses Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), wies auf den engen Zusammenhang zwischen Versorgungsstrukturen und Fachkräftenachwuchs hin: „Wenn wir weniger Krankenhäuser haben, werden wir auch weniger Ausbildungsplätze haben." Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die großen Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens: die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung, Reformen in Pflege und Versorgung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung sowie Innovationen in Medizin und Gesundheitsmanagement. Das Programm gliederte sich in mehrere Fachbereiche – darunter Gesundheitsmanagement, Pflege, Medizin und Gesundheitspolitik – und wurde durch Sonderformate wie Versicherungsforen, Satellitensymposien und interprofessionelle Austauschformate ergänzt.
Die Studierenden nutzten die drei Kongresstage intensiv: Sie besuchten Vorträge und Diskussionsrunden zu nachhaltiger Finanzierung, besseren Versorgungsstrukturen und der Frage, wie Innovationen die Qualität und Effizienz des Gesundheitssystems stärken können – und brachten sich dabei auch selbst aktiv ein, etwa mit eigenen Fragen an die Podien. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Förderung von Gesundheitskompetenzen (Health Literacy) und der Gesundheitsförderung in Lebenswelten. Dass diese früh ansetzen sollte, verdeutlichte Anne-Kathrin Klemm mit Blick auf die Situation in Schulen: „School Nurses reduzieren nachweislich die psychische Belastung der Kinder." Dass auch die Arbeitswelt ein zentraler Ort der Gesundheitsförderung ist, unterstrich Prof. Dr. Dennis Ostwald aus ökonomischer Perspektive: „Unternehmen haben Interesse an Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeitenden, weil diese letztendlich den Umsatz machen."
Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Ökonomisierung der Pflege und des Fachkräftemangels rückte zudem die Prävention von Pflegebedürftigkeit in den Vordergrund. Das Spektrum der besuchten Veranstaltungen reichte von der bedarfsgerechten Versorgung durch interprofessionelle Zusammenarbeit in Primärversorgungszentren – „Primärversorgung ist Teamarbeit", brachte es Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf den Punkt – über Fragen des Pflegebudgets, Empowerment in der Pflege des 21. Jahrhunderts und internationale Perspektiven auf die ökonomische Bedeutung von Pflege bis hin zu Sicherheitskultur in der Langzeitpflege, Pflegeforschung an Universitätskliniken, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie neuen Chancen in Forschung, Versorgung und Pflege bei Demenz. So wurde der Kongress, der sich als wichtiger Impulsgeber für gesundheitspolitische Entscheidungen der kommenden Jahre versteht, für die Studierenden zu einer wertvollen Gelegenheit, aktuelle Fachdebatten unmittelbar zu verfolgen und mit Akteur*innen des Gesundheitswesens ins Gespräch zu kommen.
Dass die Exkursion ausgerechnet in die bislang heißesten Tage des Jahres fiel, tat der Motivation keinen Abbruch – im Gegenteil: Die Hitzewelle führte den Teilnehmenden ganz unmittelbar vor Augen, wie aktuell Themen wie Klimawandel, Gesundheitsschutz und resiliente Versorgungsstrukturen sind.
Abgerundet wurde das Programm durch einen Besuch beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, dem Bundesinstitut für Krankheitsüberwachung und -prävention. Im Rahmen einer Führung erhielten die Studierenden Einblicke in die Arbeit des Instituts – besonders beeindruckend war dabei der Besuch der Bibliothek von Robert Koch. Der Besuch bildete eine gelungene Ergänzung zu den gesundheitspolitischen Perspektiven des Kongresses.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Exkursion ermöglicht und begleitet haben. Die Studienfahrt hat gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn Studierende gesundheitspolitische Diskussionen nicht nur im Hörsaal analysieren, sondern dort erleben, wo sie geführt werden.
Hier geht's zum Studiengang Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften.
Text: HEZ, Fotos: DHBW KA