Theorie und Praxis digital verzahnen
Mitarbeiterin der DHBW Karlsruhe untersucht im Promotionsprojekt Wege zur Verbesserung der Theorie-Praxis-Verzahnung im dualen Studium
Im Rahmen des Forschungskolloquiums der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe präsentierte Aneta Heinz, Mitarbeiterin im Education Support Center (ESC) der DHBW Karlsruhe, ihr Promotionsprojekt mit dem Titel „Möglichkeiten zur Verbesserung der Theorie-Praxis-Verzahnung mit Hilfe digitaler Anwendungen“. Ziel der Forschung ist es, Wege aufzuzeigen, wie sich das zentrale Merkmal des dualen Studiums – die Verbindung von Theorie und Praxis – unter den Bedingungen der Digitalisierung weiterentwickeln lässt.
Das duale Studium blickt auf eine über 50-jährige Erfolgsgeschichte zurück, wird jedoch in seiner zentralen Struktur, der Verzahnung von Theorie und Praxis, immer wieder kritisch diskutiert. „Ich wollte herausfinden, wo die Stellschrauben liegen und was das fehlende Puzzleteil ist, das Theorie und Praxis noch stärker miteinander verbindet“, erläutert Heinz ihre Motivation.
Im Rahmen ihrer qualitativen Untersuchung befragte sie 28 Studierende in Gruppendiskussionen sowie je sieben Studiengangsleitungen, Lehrende und Praxisbetreuende in leitfadengestützten problemzentrierten Interviews. Alle erhobenen Daten wurden nach der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Dabei stand stets die Frage im Mittelpunkt, welche Maßnahmen zu einer besseren Verzahnung beitragen können.
Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Digitalisierung hierbei eine zentrale Rolle spielt. „Von den Studierenden wird erwartet, dass die Hochschule digitale Entwicklungen aufgreift, die in vielen Partnerunternehmen, insbesondere in IT- und Technologieunternehmen, längst etabliert sind“, berichtet Heinz. Zudem wünschen sich viele Studierende mehr Beratungsangebote sowie eine intensivere und für sie transparentere Zusammenarbeit zwischen den Lernorten Hochschule und Dualem Partner.
Als mögliche Lösungsansätze nennt die Forscherin unter anderem eine stärkere Vernetzung und den digitalen Austausch zwischen den Akteur*innen des dualen Studiums, Onboarding-Angebote für Lehrende und Praxisbetreuende sowie interaktive digitale Lernformate. „Im Idealfall greifen Theorie und Praxis kontinuierlich ineinander: Studierende wenden in der Praxis an, was sie in der Hochschule gelernt haben – und bringen die Erfahrungen und Fragen aus der Praxis wieder zurück in den Hörsaal“, fasst Heinz zusammen. Die Effektivität der genannten Maßnahmen hängt jedoch von einem gemeinsamen Verständnis der Theorie-Praxis-Verzahnung und der jeweiligen Rollen und Aufgaben der Akteure im dualen Studium zusammen. Diese bildet die Basis der erforschten Handlungsempfehlungen.
Betreut wird das Promotionsvorhaben von Prof. Manfred Daniel, Fakultät Wirtschaft an der DHBW Karlsruhe, und Prof. Dr. Ulrich Müller von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. „Das Thema ist für die DHBW von großer strategischer Bedeutung“, betont Prof. Daniel. „Eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Theorie-Praxis-Verzahnung ist entscheidend, um die Qualität des dualen Studiums auch in Zeiten digitaler Transformation weiter zu sichern und auszubauen.“
Die Promotion von Aneta Heinz erfolgt im Rahmen des Innovationsprogramms Forschung (IPF) der DHBW, das kooperative Promotionen in Zusammenarbeit mit Hochschulen mit Promotionsrecht fördert. Damit trägt das Programm zum Ausbau der Forschungsaktivitäten und zur wissenschaftlichen Qualifizierung von Mitarbeitenden an der DHBW bei.
Weitere Informationen zu kooperativen Promotionen an der DHBW:
www.dhbw.de/forschung-innovation-und-transfer
www.karlsruhe.dhbw.de/forschung-transfer/innovationsprogramm-forschung-ipf.html
Das nächste Forschungskolloquium der DHBW Karlsruhe findet am 2. Dezember statt - weitere Infomationen
Text: DI, HEZ; Foto: DHBW KA//Cedric Arndt