Unternehmertum-Abschlussjahrgang blickt hinter die Kulissen des politischen Berlins

Logbuch einer Exkursion

Der Abschlussjahrgang WUN23B1 des Studiengangs Unternehmertum der DHBW Karlsruhe unternahm im September eine fünftägige Exkursion nach Berlin. Begleitet von den beiden Studiengangsleiter*innen Prof. Dr. iur. Jeanine von Stehlik und Prof. Dr. Armin Pfannenschwarz blickten die Studierenden hinter die Kulissen von Politik, Sicherheit und Gesellschaft. Das Programm reichte von hochkarätigen Gesprächen im Bundeskanzleramt und im Bundesministerium der Verteidigung über Besuche beim BND und im Bundestag bis hin zu kritischen Auseinandersetzungen mit Geschichte, Lobbyismus und politischer Satire.

Datum: 7. bis 11. September
Ziel: Das politische Berlin aus nächster Nähe erleben

Montag, 7. September | Ankommen in Berlin
Zum Auftakt der Berliner Woche bezog der Abschlussjahrgang WUN23B1 des Studiengangs Unternehmertum sein Quartier im Gästehaus der Landesvertretung Baden-Württemberg. Damit liegt unser „Basislager“ für die gesamte Woche mitten im politischen Berlin. Am Abend ging es zum Reichstagsgebäude und zur Licht- und Filmprojektion „Menschen und Parlament – Lebendige Demokratie in Deutschland“ – ein passender Einstieg in fünf Tage zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Dienstag, 8. September | Politik aus nächster Nähe
Der Dienstag begann in der Landesvertretung Baden-Württemberg mit einem intensiven Austausch mit Jonas Massing, Beauftragter für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus. Anschließend ging es ins Bundeskanzleramt. Dort erwartete die Studierenden ein besonderer Höhepunkt: Bundesministerin Nina Warken, Chefin des Bundeskanzleramtes, empfing den Abschlussjahrgang persönlich in der Sky-Lobby und nahm sich Zeit für den direkten Austausch.

Am Abend wechselte die Perspektive von der Politik zur politischen Satire: In der DISTEL wurde der Studiengang Unternehmertum kurzerhand mehrfach in die Vorstellung eingebaut. Nach dem Schlussapplaus folgten ein gemeinsames Foto mit dem Ensemble auf der Bühne und ein persönlicher Austausch mit den Künstler*innen. Ein außergewöhnlicher Abschluss eines außergewöhnlichen Tages.

Mittwoch, 9. September | Geschichte und Verantwortung
Der Mittwoch stand unter dem Leitgedanken „Verantwortung übernehmen“. Am historischen Bendlerblock setzte sich der Jahrgang in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand intensiv mit Widerstand, persönlicher Verantwortung und Zivilcourage während des Nationalsozialismus auseinander.

Nur wenige Schritte weiter folgte anschließend der Wechsel von der Geschichte in die Gegenwart: Im Bundesministerium der Verteidigung erhielten die Studierenden Einblicke in Aufgaben, Strukturen und aktuelle Herausforderungen deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Damit wurde an einem einzigen Ort besonders greifbar, wie eng Geschichte, Demokratie und heutige politische Verantwortung miteinander verbunden sind. Im Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Nils Schmid konnten die Studierenden aktuelle Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik unmittelbar mit einem politischen Entscheidungsträger diskutieren – und damit den Bogen von historischer Verantwortung zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart schlagen.

Donnerstag, 10. September | Sicherheit, Parlament und Perspektivwechsel
Der Donnerstag führte den Abschlussjahrgang zunächst zum Bundesnachrichtendienst. Im Besucherzentrum erhielten die Studierenden Einblicke in Aufgaben, Arbeitsweise und Bedeutung des deutschen Auslandsnachrichtendienstes – und damit in einen Bereich staatlicher Verantwortung, der normalerweise weitgehend im Verborgenen bleibt.

Anschließend ging es in den Deutschen Bundestag. Von der Besuchertribüne aus konnten die Studierenden die laufende Plenarsitzung zur aktuellen Haushaltsdebatte unmittelbar verfolgen und parlamentarische Arbeit dort erleben, wo politische Positionen öffentlich ausgetragen und Entscheidungen vorbereitet werden.

Im Anschluss folgte ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Karlsruher Bundestagsabgeordneten Dr. Zoe Mayer. Damit bot sich noch einmal die Gelegenheit, Eindrücke aus dem Plenum einzuordnen und einen unmittelbaren Einblick in die praktische Arbeit eines Abgeordnetenbüros zu erhalten.

Der anschließende Besuch der Reichstagskuppel eröffnete schließlich den Blick über das politische Berlin – passend zu einer Woche, in der immer wieder der Perspektivwechsel im Mittelpunkt steht.

Am Abend wechselte die Dimension noch einmal vollständig: Im Zeiss-Großplanetarium bildete „Unendliche Weiten“ den Abschluss eines Tages, der vom Nachrichtendienst über das Parlament bis weit über Berlin hinausführte.

Freitag, 11. September | Hinter die Kulissen – und unter die Stadt
Zum Abschluss der Berliner Woche ging es mit LobbyControl auf einen Rundgang durch das Regierungsviertel. An verschiedenen Stationen – unter anderem am Brandenburger Tor – erhielten die Studierenden Einblicke in Lobbyismus, Interessenvertretung und das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft.

Anschließend führte der Weg mit Berliner Unterwelten in den Atombunker an der Pankstraße und damit noch einmal zu einer ganz anderen Perspektive auf Berlin, Geschichte und Sicherheit.

Beim abschließenden gemeinsamen Debriefing fiel die Bilanz der Studierenden sehr positiv aus. Eine Aussage brachte den Grundgedanken der gesamten Woche besonders gut auf den Punkt: „Man hat mal gesehen, wie es läuft – vor allem von innen.“

Damit endete der offizielle Teil einer intensiven Berliner Woche zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Heute Abend folgt noch der gemeinsame Abschluss der Studierenden in der Ständigen Vertretung, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Hause ging.

Hier geht’s zum Studiengang Unternehmertum.

Text: Frank Ambruster, DI; Fotos: F. Armbruster