Was macht eigentlich Dennis Schulmeister-Zimolong?

Studium Wirtschaftsinformatik, 2005 – 2008, DHBW Karlsruhe

Wo sind Sie gerade tätig?
Ich bin derzeit Akademischer Mitarbeiter im Projekt DualHoch3 an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe und kümmere mich dort unter anderem um die IT-Infrastruktur. Vor meiner Tätigkeit im Projekt war ich seit 2009 bei meinem ehemaligen Dualen Partner beschäftigt, der damaligen cormeta ag, heute SOA PEOPLE AG, einem SAP-Integrationspartner. Dort war ich zuletzt als Senior Product Manager tätig.
Parallel dazu bin ich seit vielen Jahren als Lehrbeauftragter an der DHBW Karlsruhe aktiv. Ich unterrichte unter anderem die Themen Programmierung, Webentwicklung, verteilte Systeme und Internet of Things. Dabei probiere ich auch immer wieder neue Lehrmethoden aus und arbeite mit Professorinnen und Professoren zusammen, um innovative Ansätze für die Lehre zu entwickeln. Ich veröffentliche Lehrmaterialien unter offener Lizenz und habe Prof. Dr. Ratz bei den letzten beiden Auflagen des Buchs „Grundkurs Programmieren in Java“ geholfen. Aktuell entwickle ich mit Studierenden zusammen einen KI-basierten Lernassistenten.
Vor DualHoch3 war ich bereits im Projekt „Kooperative Lehr-Lern-Innovationen“ (KoLLI) als Mitarbeiter an der DHBW Karlsruhe tätig und habe in den Projekten MoQiK und DigiTransMobiL ehrenamtlich mitgearbeitet. Hierüber haben wir jeweils auch publiziert. Außerdem engagiere ich mich im Prüfungsausschuss und nehme Prüfungen ab. Parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit absolviere ich derzeit noch ein Masterstudium an einer Fernuniversität.

Was sind Ihre Aufgaben?
Im Projekt DualHoch3 sorge ich im Wesentlichen dafür, dass die technischen Systeme im Projekt laufen. Ich betreue die IT-Systeme rund um ILIAS und Moodle, entwickle Konzepte und formuliere Anforderungen. Außerdem suche ich geeignete Partner und bin häufig die Schnittstelle zwischen dem Projekt und den jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Es geht also um eine Mischung aus Technik, Konzeption, Organisation und Kommunikation.

Welchen Herausforderungen stehen Sie gegenüber?
Die größte Herausforderung ist sicherlich, Beruf, Familie und Studium miteinander zu vereinbaren. Seit 2020 habe ich eine Tochter und absolviere zusätzlich zu meiner Arbeit noch mein Masterstudium. Das ist anspruchsvoll und erfordert eine gute Organisation.

Schon vor meinem Wechsel zum Forschungsprojekt KoLLI und dann zu DualHoch3 habe ich neben meiner Tätigkeit bei meinem Dualen Partner als Lehrbeauftragter an der DHBW Karlsruhe gearbeitet. Die Lehre ist für mich inzwischen mehr als nur eine Nebentätigkeit. Ich habe erst relativ spät erkannt, dass sie eigentlich meine Berufung ist. Deshalb plane ich, nach dem Master zu promovieren, um mich akademisch weiter zu qualifizieren. Mein Ziel ist es, auch langfristig in der Lehre tätig sein zu können.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf den Lehrpreis des Fördervereins der DHBW Karlsruhe, den ich 2019 in der Kategorie „Nebenberufliche Lehrbeauftragte“ erhalten habe.
Noch wichtiger als die Auszeichnung ist für mich aber die Anerkennung durch die Studierenden. Ich habe großen Spaß an der Arbeit mit ihnen und versuche, meine Begeisterung für die Themen weiterzugeben. Es freut mich besonders, wenn Studierende merken, dass sie durch meinen Unterricht einen Zugang zu einem Thema bekommen, für das sie sich zunächst vielleicht gar nicht interessiert haben. Eine positive Atmosphäre ist mir darüber hinaus auch sehr wichtig. Letztlich soll es Spaß machen, in meine Vorlesungen zu kommen und alle sollen die Möglichkeit haben, eigene Interessen einzubringen und zu vertiefen. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Studenten, der Webentwicklung total uninteressant fand und trotzdem gerne meine Vorlesung besucht hat – letztlich, weil er sich gut abgeholt fühlte und das Thema dann doch spannend war. Solche Erfahrungen sind für mich eine große Motivation.
Ich glaube, dass ich komplexe Sachverhalte gut erklären kann. Das zeigt sich auch an den Leistungen meiner Studierenden: Die Noten liegen im Durchschnitt etwa zwischen 1,9 und 2,0.

Warum haben Sie damals die DHBW Karlsruhe gewählt?
Auf die DHBW Karlsruhe bin ich durch eine Empfehlung von Freunden meiner Eltern aufmerksam geworden. Das Konzept, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, hat mich sofort angesprochen.
Ich interessiere mich schon seit meiner Grundschulzeit für das Programmieren und wusste eigentlich immer, dass ich beruflich etwas in diese Richtung machen möchte. Das duale Studium war für mich deshalb ideal, weil ich das theoretische Wissen direkt mit der Praxis kombinieren konnte.
Auch mein damaliger Dualer Partner hat sehr gut zu mir gepasst. Das Unternehmen war zu dieser Zeit noch ein kleines mittelständisches Unternehmen. Gerade diese überschaubare Größe und die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen, waren für mich passend.

Was blieb Ihnen aus Ihrer Studienzeit am deutlichsten in Erinnerung?
Am deutlichsten erinnere ich mich an die gemeinsamen Aktionen mit meinen Mitstudierenden. Wir hatten eine sehr gute Gemeinschaft und haben auch außerhalb der Vorlesungen viel miteinander erlebt. Einmal haben wir beispielsweise mit einer Großbestellung bei McDonald's fast eine ganze Filiale gesprengt.

Was ich an der DHBW außerdem besonders geschätzt habe, war die persönliche Atmosphäre. Die Kurse waren klein, und dadurch hatte man einen direkten und unkomplizierten Kontakt zu den Professorinnen und Professoren. Man konnte sie jederzeit ansprechen und Fragen stellen. Diese persönliche Nähe und der Austausch auf Augenhöhe sind mir bis heute in guter Erinnerung geblieben und manche Kontakte sind über die Studienzeit hinaus bestehen geblieben. Viele meiner damaligen Professorinnen und Professoren kenne ich noch heute und schätze sie sowohl kollegial als auch persönlich

Hätten Sie rückblickend manche Dinge gerne anders gemacht?
Ja, ich hätte direkt im Anschluss an den Bachelor ein Masterstudium begonnen. Wenn man den Master erst viele Jahre später nachholt, ist es deutlich schwieriger, Beruf und Studium miteinander zu vereinbaren.
Außerdem eröffnet eine akademische Weiterqualifikation zusätzliche Möglichkeiten. Wenn man beispielsweise später promovieren und dauerhaft in der Hochschullehre arbeiten möchte, ist ein entsprechender akademischer Abschluss eine wichtige Voraussetzung.

Was würden Sie heutigen DHBW-Studierenden als Tipp mit auf den Weg geben?
Ich würde den Studierenden mitgeben, dass Noten und Abschlüsse nicht alles sind. Auch reines Fachwissen ist nicht alles – gerade in der IT verändern sich Technologien und Anforderungen so schnell, dass man ständig dazulernen muss.
Viel wichtiger ist aus meiner Sicht, eine eigene Haltung und Persönlichkeit zu entwickeln und offen für Veränderungen zu bleiben. Man sollte sich nicht nur fragen, was man heute kann, sondern auch, wie man sich langfristig weiterentwickeln möchte. Toleranz, Offenheit und sich selbst nicht immer ernst zu nehmen, sind auch Werte, die ich versuche, weiterzugeben.
Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich außerdem empfehlen, den Master möglichst direkt an den Bachelor anzuschließen. Dann stehen einem alle Wege offen.

Dennis Schulmeister-Zimolong, Werdegang
Geboren am 03.06.1986 in Mühlacker, aufgewachsen in Karlsruhe
2005 - 2008 Studium Wirtschaftsinformatik an der DHBW Karlsruhe, Dualer Partner cormeta ag (heute SOA PEOPLE AG)
2008 – 2025 Software-Entwickler und Product Manager für SAP Credit Management bei der cormeta ag bzw. SOA POEPLE AG
2018 8. Auflage des Buchs „Grundkurs Programmieren in Java“
2019 Lehrpreis der DHBW Karlsruhe für exzellente Leistung
2023 Ehrennadel der DHBW Karlsruhe für langjährige Lehrbeauftragte
2024 9. Auflage des Buchs „Grundkurs Programmieren in Java“
Seit 2024 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der DHBW Karlsruhe

Text: SZI, DI; Foto: DHBW KA//J. Habermehl