Was macht eigentlich Elena Umfahrer?

Studium BWL-Industrie, DHBW Karlsruhe, 2009 – 2012, Alumni berichten

Wo sind Sie gerade tätig?
Derzeit arbeite ich bei der Harman Becker Automotive Systems GmbH in Karlsbad.

Was ist Ihre Position?
Ich bin als Finance Business Partner tätig. In dieser Rolle verstehe ich mich als Expertin im Bereich Finanzen und strategische Sparringspartnerin für Führungskräfte anderer Fachbereiche. Ich analysiere Finanzdaten, unterstütze bei der Budgetplanung und liefere Grundlagen, die dabei helfen, Geschäftsentscheidungen zu verbessern sowie Rentabilität und Effizienz zu steigern. Meine Aufgabe geht dabei über klassisches Controlling hinaus, da ich finanzielle Zusammenhänge gezielt in operative Entscheidungen übersetze, um nachhaltiges Wachstum zu fördern.

Was sind Ihre Aufgaben?
Ein zentraler Bestandteil meiner Tätigkeit ist das Vertriebscontrolling. Dazu gehört die systematische Planung, Steuerung, Kontrolle und Analyse vertrieblicher Aktivitäten mit dem Ziel, Effizienz und Zielerreichung im Vertrieb sicherzustellen. Ich fungiere als Schnittstelle zwischen Vertrieb und Controlling, bereite relevante Kennzahlen wie Umsatz, Kosten oder Marktanteile auf, um Transparenz zu schaffen und Vertriebsprozesse zu optimieren.

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?
Harman ist unter anderem in den Bereichen Navigation und Soundsysteme tätig. Die Projekte sind entsprechend auf verschiedene Geschäftsfelder verteilt. Ich arbeite im Marktgebiet Greater Europe mit unterschiedlichen Kunden und Endkunden, vor allem aus dem Premium- und Luxussegment, darunter Volvo, BMW, Ferrari und Aston Martin. In diesen Projekten bin ich für das Controlling verantwortlich, insbesondere für die Organisation der Angebotskalkulation sowie für Kostenabschätzungen.

Welchen Herausforderungen stehen Sie gegenüber?
Eine der größten Herausforderungen ist der aktuelle Wandel in der Automobilindustrie. Investitionen in die Elektromobilität sowie der steigende Kostendruck erfordern Maßnahmen zur Reduzierung von Material- und Personalkosten, was häufig mit Verlagerungen oder Auslagerungen verbunden ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Prozesse weiter optimiert werden können, um schneller und effizienter zu arbeiten.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, qualifiziertes Personal zu finden. Zudem bringt die jüngere Generation veränderte Erwartungen an Arbeitgeber mit, beispielsweise in Bezug auf Work-Life-Balance. Dual Studierende werden weiterhin eingestellt und übernommen, vor allem in den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik und Informatik. Eine weitere zentrale Herausforderung ist die Digitalisierung, der unter anderem mit zahlreichen Weiterbildungsangeboten und einer eigenen Harman University begegnet wird.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich bin stolz darauf, seit 2009 bei Harman zu arbeiten. Das Unternehmen bietet mir vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, und jeder Tag bringt neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich, da es verschiedene Controlling-Bereiche und immer wieder neue Projekte gibt. Dadurch wird es nie langweilig, und die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Freude. Besonders schätze ich zudem das gute Arbeitsklima sowie den hohen Frauenanteil im Finanzbereich, auch auf Führungsebene.

Warum haben Sie sich damals für die DHBW Karlsruhe entschieden?
Ich wollte frühzeitig Praxiserfahrung sammeln und hatte bereits während meiner Schulzeit mehrere Praktika absolviert, unter anderem im BWL-Bereich bei einem Unternehmen in Wissembourg im Elsass. Mein Abitur habe ich am Wirtschaftsgymnasium in Karlsruhe gemacht. Da ich kein Einser-Abitur hatte, sprach mich das duale Studium besonders an, weil Unternehmen hier nicht ausschließlich auf Noten achten, sondern auch auf praktische Erfahrungen und Engagement, etwa durch Praktika oder schulische Aktivitäten.
Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich die Kombination aus Studium und Vergütung, da ich während eines „normalen“ Studiums zusätzlich hätte arbeiten müssen. Ich habe mich gezielt bei Harman Becker beworben, weil ich mich schon immer für Autos und Musik interessiert habe und hier beides miteinander verbunden war – hochwertige Soundsysteme für die Automobilindustrie.

Was ist Ihnen aus Ihrer Studienzeit besonders in Erinnerung geblieben?
Am prägendsten war für mich die starke Praxisorientierung des Studiums. Ich konnte im Unternehmen eigene Projekte durchführen, die mich fachlich weitergebracht haben und bei denen ich tatsächlich etwas bewirken konnte. Ich war von Anfang an aktiv eingebunden und wurde nicht nur für einfache Routinetätigkeiten eingesetzt.
Sehr in Erinnerung geblieben ist mir auch der enge Austausch mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen, insbesondere während der Klausurenphasen, in denen wir gemeinsam gelernt haben, oft auch an Wochenenden. Die Kurse waren klein, was den Zusammenhalt gefördert hat. Insgesamt empfand ich das Studium als anspruchsvoll, intensiv und herausfordernd.

Hätten Sie rückblickend etwas anders gemacht?
Rückblickend würde ich manche Dinge weniger ernst nehmen und mich selbst nicht so stark unter Druck setzen. Studierenden würde ich raten, Inhalte nicht nur auswendig zu lernen, sondern die Zusammenhänge wirklich zu verstehen. Trotz aller Herausforderungen würde ich mich jederzeit wieder für dasselbe Studium an der DHBW Karlsruhe entscheiden.

 

Elena Umfahrer, Werdegang

Geboren am 10.12.1989 in Karlsruhe

2009 – 2012 Studium BWL – Industrie an der DHBW Karlsruhe, Dualer Partner:  Harman Becker Automotive Systems GmbH, Karlsbad
2012 – 2015 Controlling Analyst im Bereich des Manufacturing Controllings
2015 – 2016 SG&A Controller
2016 - 2019 CBU Controller im Bereich Car Audio
2019 – 2025 Manager CBU Controlling & Global Product Costing
Seit 2015 Finance Business Partner

Fragen/Text: DI, E. Umfahrer; Foto: DHBW KA//SON