Informatik

Informatik - das ist die Faszination, sich die Welt der Information und des symbolisierten Wissens zu erschließen und dienstbar zu machen. Informatik schafft neue Zugänge, neue Denkmodelle und zahllose automatisierte Helfer und Dienste. Informatik ermöglicht multimediale Kommunikation überall, zu jeder Zeit und sofort. Informatik überwacht, steuert und vernetzt Prozesse.

Als Menschen nehmen wir die Veränderung unseres Lebens durch Informatiksysteme, durch den Computer, das Internet, die ständige Laptop-Netz-Verbindung, das Mobiltelefon und die Hunderte eingebetteter Systeme in täglich benutzten Gebrauchsgegenständen nicht so rauschhaft schnell wahr, wie sie eigentlich ist. Schon jetzt erlauben es mobil vernetzte Geräte, sich überall und rund um die Uhr zu informieren, zu kommunizieren und zu arbeiten. Dadurch eröffnen sich völlig neue Perspektiven im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Leben, die es auszuloten und vorzubereiten gilt. Die Veränderungen sind nachhaltig. Wir lernen, lehren und arbeiten anders. Zunehmend werden wir uns Meta-Wissen statt reiner Sachinhalte aneignen. Die Wissenschaften werden neue Erkenntnisse mehr und mehr unter Nutzung der Informatik gewinnen. Mit der nächsten Welle von Informatikanwendungen werden wir in eine Welt der Sensoren eintreten, in der Information ständig erfasst wird und präsent ist.

Im Zentrum dieses rasanten Wandels steht die Informatik als Kern und Motor von Weiterbewegung und Innovation.
Heute entfallen bereits 60 % der Wertschöpfung in der Flugzeugentwicklung auf Software und Kommunikationstechnik, 90% aller Innovationen im Auto haben mit Informatik zu tun.


Studienrichtungen

Die früher "angewandte Informatik" (und nun nur noch "Informatik") genannte Studienrichtung, hat das Ziel Projekte der praktischen Informatik im betrieblichen und betriebswirtschaftlichen Umfeld zu konzipieren und realisieren. Dabei werden ökonomische und consultingspezifische Aspekte beachtet und die Studierenden werden auf zukünftige Einsätze im nationalen und internationalen Umfeld vorbereitet. Schwerpunkte bilden neben den Kernfächern die Vertiefung des Projektmanagements, des Web-Engineerings, der Netz- und Kommunikationstechnik und der Datenbanken. In den lokalen Modulen werden die theoretische Informatik mit Compilern und deren Werkzeuge ergänzt, sowie spezifische Themen der praktischen Informatik oder des Consulting vertieft. Das Curriculum wird abgerundet durch vertiefende Kenntnisse in wissensbasierten und interaktiven Systemen, sowie weitere Wahlmodule.

In der Industrie werden zunehmend herkömmliche Problemlösungen durch Lösungen mit hohen Informatikanteilen ersetzt und ergänzt. Daher spielen z.B. Netzwerk- und Kommunikationstechnik eine immer größere Rolle. Die zu entwickelnden Problemlösungen sind im Umfeld von betrieblichen Aufgabenstellungen, industriell-technischen Anwendungen und Computersystemen zu erarbeiten. Grundlage hierfür ist das Wissen über die Schnittstelle zwischen Hard- und Software . Neben den Kernthemen der Informatik werden grundlegende natur- und ingenieurwissenschaftliche Inhalte wie Elektrotechnik, Elektronik und Physik, hardwarenahe Programmierung, und graphische Daten- und Bildverarbeitung vermittelt. Die lokalen Profilmodule vertiefen unterschiedliche Schwerpunkte industrieller Anwendungen. So sind z.B. Netzwerkprotokolle und –architekturen und das Wissen über Security wichtige Themen. In der Softwaretechnik liegen die Schwerpunkte auf verteilten Systemen und ihrer Zuverlässigkeit, der Wissensverarbeitung und modernen Prozessmodellen der Software-Entwicklung. Die Ingenieurinformatik greift Themen der Regelungstechnik, Prozessautomatisierung und Echtzeitsysteme auf, während bei einer Fokussierung auf die Informationsprozesse informatiknähere Bereiche wie Informationserschließung und -aufbereitung im Mittelpunkt stehen.

Insgesamt  ist diese Studienrichtung mehr technisch ausgerichtet.


Inhalte

Vertiefend zu den im Grundstudium Informatik erworbenen Kenntnissen werden in der Studienrichtung Informationstechnik in Vorlesungen, Labors und Übungen, Fertigkeiten und Erfahrungen rund um nachfolgende Themen, um nur einige zu nennen, erworben.

  • Automatisierung,
  • Regelungstechnik mit speicherprogrammierbaren Steuerungen,
  • Mechatronische Systeme,
  • Einsatz industrieller Bussysteme und Netzwerktechnik,
  • Simulation technischer Systeme
  • Einführung in den Maschinenbau für Informatiker
  • Robotik, Einsatz von Robotern in Industrieanlagen,

Das Gesundheitswesen ist ein bedeutender Faktor unserer Gesellschaft geworden. Wir beobachten mit großem Interesse die enormen Fortschritte in der Medizin und Biologie sowie in der Medizin- oder Gentechnik. Die Prozesse im Gesundheitswesen werden immer mehr von der Informatik geprägt. Es ist von einer zunehmenden Verwaltungskomplexität sowie einem enormen Kostendruck die Rede, welche nur durch gut funktionierende IT-Systeme beherrscht werden können.

 

Inhalte

Auf der Basis informationstechnischer Grundlagen soll insbesondere medizinisches, biologisches und verwaltungstechnisches Wissen vermittelt werden. Hierzu zählen insbesondere Anatomie und Physiologie, medizinische Dokumentation und Biometrie, Krankenhausinformationssysteme und Medizintechnik.

Die Praxisphasen ermöglichen es den Studierenden, die Erfahrungswelt medizinisch-pharmazeutischer Einrichtungen als Gesamtheit zu erschließen. Die Studierenden erwerben in zunehmend eigenverantwortlicher Arbeit medizinische Fachkenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen und werden so in Abstimmung mit den an der Dualen Hochschule vermittelten Lehrinhalten an die beruflichen Aufgaben eines Medizinischen Informatikers herangeführt.


Studienschwerpunkte

Schwerpunkte dienen der Profilierung der Studienrichtungen eines Standortes der DHBW.

Für die Dokumentation und Darstellung der Abschlussbezeichnung und der Qualifikation sind Studiengang und Studienrichtung ausschlaggebend, da diese beiden Ebenen auf dem Zeugnis und der Urkunde angegeben sind. Die Schwerpunkte ergeben sich durch die Kombination von Wahlmodulen und umfassen mindestens 20 ECTS.

Das Ziel der künstlichen Intelligenz ist es den Menschen bei seinen alltäglichen Entscheidungen und Planungen zu unterstützen. Wichtige Kennzeichen sind hier die Fähigkeit des Lernens und das flexible Verhalten im menschlichen Umfeld, insbesondere die integrative Verarbeitung vielfältiger Eingaben (Sensorfusion: Akustik, Bild, sprachlicher Text ...)

Der Schwerpunkt umfasst die Module:

  1. Wissensbasierte und interaktive Systeme
  2. Wahlmodul KA-INF: 2 der 5 Vorlesungen
    1. Robotik I,
    2. Robotik II,
    3. Evolutionäre Algorithmen,
    4. High Performance Computation,
    5. Games and Gaming
  3. Systemtheorie und System Engineering
    1. Signale und Systeme I,
    2. Signale und Systeme II
  4. Computergraphik und Bildverarbeitung
  5. Methoden der Künstlichen Intelligenz für Planung und Entscheidung
    1. Maschinelles Lernen II (Reinforcement Learning, Deep Learning)
    2. Optimierungsverfahren für die Planung

In den letzten Jahren nehmen die Probleme mit Bezug zur IT-Sicherheit dramatisch zu. Betroffen sind alle Systeme, in allen Bereichen von Hardware bis zur Anwendungssoftware, alle Branchen. Die Probleme sind quasi ubiquious. Die Absolventinnen und Absolventen des Schwerpunkts sollen hier besonders sensibilisiert und darauf vorbereitet werden, adäquate Massnahmen umzusetzen. Aspekte der Informationssicherheit, des Datenschutz, der Funktionssicherheit und der Datensicherheit werden
betrachtet.

Der Schwerpunkt umfasst die Module:

  1. IT-Sicherheit
  2. Wahlmodul KA-INF: 2 der 5 Vorlesungen
    1. Ausgewählte Themen der IT-Security
    2. CCNA-Security
    3. IT-Forensik
    4. IT-Recht
  3. Data&Network & Web-Security
  4. IT-Sicherheit in Smart Factory/Grid/Health/City

Inzwischen sind mehr "Dinge" per Internet verbunden, als "reine" PC's. Via Internet vernetzte Sensoren an Maschinen ermöglichen zusammen mit Big Data Analysen völlig neue Methoden technische Prozesse zu überwachen und zu steuern. Mit dieser Anbindung ergeben sich aber auch neue Fragestellungen wie: IT-Sicherheit, Ausfallsicherheit, Redundanz (Infrastruktur als auch Softwaretechnisch), Echtzeitfähigkeiten etc. Typischerweise unterscheiden sich die Sichtweisen der Informatik und der beteiligten Ingenieursdisziplinen auf diese Fragen. Studierende sollen die Vorgehens- und Denkweisen von z.B. Maschinenbauern kennenlernen und mit ihnen auf fachlich hohem Niveau die Problemstellungen aus Ihrer Fachsicht diskutieren können.

Der Schwerpunkt umfasst die Module:

  1. Maschinenbau für Informatiker
  2. Regelungs- und Simulationstechnik
  3. Prozessautomatisierung 1
  4. Prozessautomatisierung 2
  5. IT-Sicherheit in Smart Factory/Grid/Health/City

Studienprofil


Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium

Ein mathematisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, eine Affinität zur Technik und Freude am Umgang mit Computern sollte der Bewerber mitbringen. Logisch-analytisches Denken, die Fähigkeit zu abstrahieren und zu formalisieren, Zusammenhänge zu erkennen sind weitere Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Teamarbeit, Mitarbeiterführung und Projektarbeit erfordern auch sprachliche Kompetenz.


Theoriephasen an der Dualen Hochschule

Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer im Grundstudium sind eine solide Grundlage für die Ausbildung in Theoretischer, Praktischer und Technischer Informatik.
Ein Schwerpunkt der Ausbildung ist die Netz- und Softwaretechnik. In Labors und Übungen werden Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen mit Programmiersprachen, Standardsoftware, Netzwerken und Client-Server-Systemen erworben. Es wird zusätzlich auch ein Schwerpunkt Medizinische Informatik angeboten. Er zielt auf Firmen und Kliniken ab, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Das fachbezogene Studium wird durch Technisches Englisch und durch Veranstaltungen wie Lern-, Arbeitstechniken sowie Rhetorik und Präsentationstechniken ergänzt. Projekte geben den Studierenden die Möglichkeit, ihre Fachkenntnisse praktisch zu erproben und sich in Teamarbeit zu schulen.
 


Praxisphasen im Partnerunternehmen

Ziel des Studiums während der Praxisphasen ist es, den Studierenden die Erfahrungswelt "Betrieb" in ihrer Gesamtheit zu erschließen. Die großen Systemhäuser, Forschungsgesellschaften, Institutionen des Gesundheitswesens, öffentliche Einrichtungen des Landes und des Bundes, vor allem aber mittelständische Unternehmen, Softwarefirmen und Ingenieurbüros, gehören zum Kreis der dualen Partnerunternehmen. 


Studienpläne

Jede Informatik-Studienrichtung hat ihren eigenen Modulplan (Liste der Vorlesungen etc. welche die Studienrichtung auszeichnen), wobei es natürlich viele Gemeinsamkeiten gibt. Den aktuellen Studienplan des Studiengangs Informatik an der DHBW in Karlsruhe (sowie deren  Vorgänger) finden Sie auf der Seite Studienverlauf & Organisatorisches.

Die Studienpläne aller Technik-Bachelorstudiengänge der DHBW  finden Sie hier auf unserem Studiums-Portal www.dhbw.de.